Seifenschale selbst drucken: der Generator für Bad, Dusche und Spüle

3D-gedruckte Seifenschale, Schwammhalter und Besteckablage am Spülbecken

Bei mir hat es mit einem Stück Naturseife angefangen. Nach zwei Wochen war die Hälfte davon in einer trüben Lacke auf der Ablage überm Waschbecken verschwunden. Die Schale, die ich vorher gedruckt hatte, war ein Standardmodell von einer Plattform: hübsch, drei Millimeter zu breit für die Ablage und mit einem Boden, der das Wasser gesammelt statt abgeleitet hat.

Genau da habe ich angefangen, das Thema Seifenschale 3D-Druck anders anzugehen. Nicht mehr „ich suche eine passende Datei“, sondern „ich baue mir die Datei nach meinem Platz“. Herausgekommen ist ein parametrischer Generator, der komplett im Browser läuft: Du gibst Länge, Breite und Randhöhe ein, wählst eine Grundform, legst fest, wo das Wasser rauslaufen soll, und lädst die fertige Druckdatei herunter. Ohne CAD-Programm, ohne Installation.

In diesem Beitrag zeige ich dir, wie das Ding funktioniert, welche Maße in der Praxis wirklich taugen, warum PETG im Nassbereich der Standardfall ist und wo die ehrlichen Grenzen von gedrucktem Kunststoff liegen. Den Generator findest du kostenlos auf MakerWorld: Parametrischer Schwammhalter & Seifenschalen-Generator.

Hinweis / Haftungsausschluss: Alle Angaben beruhen auf eigener Praxis und sorgfältiger Recherche. Ich übernehme keine Haftung und keine Garantie für Richtigkeit, Vollständigkeit oder Eignung für einen bestimmten Zweck. Maße, Materialwahl, Reinigung und Temperaturbeständigkeit prüfst du bitte immer selbst – gerade bei Teilen, die dauerhaft nass werden oder mit Besteck in Kontakt kommen.

Warum fertige Seifenschalen fast immer scheitern

Das Problem heißt nicht Design, sondern Staunässe

Die meisten Seifenschalen – gedruckt oder gekauft – haben einen flachen Boden mit ein paar Rillen. Das sieht auf dem Produktfoto gut aus und funktioniert genau so lange, bis das erste Mal richtig Wasser drinsteht. Danach passiert immer dasselbe: Die Seife liegt in ihrer eigenen Lauge, weicht von unten auf, und nach ein paar Tagen hast du einen Rest, der eher Gel als Seife ist. Darunter dieser schmierige Film, den man mit dem Finger wegwischen muss.

Beim Küchenschwamm ist es die gleiche Mechanik, nur unappetitlicher. Ein Schwamm, der dauerhaft feucht bleibt, ist ein Biotop – eine viel zitierte Untersuchung aus Furtwangen hat in gebrauchten Küchenschwämmen Keimzahlen gefunden, die eher an eine Kläranlage erinnern als an eine Küche. Trocknen ist bei so einer Ablage also kein Komfortthema, sondern der eigentliche Zweck.

Millimeter entscheiden, nicht Optik

Der zweite Grund, warum Fertigmodelle so oft enttäuschen: feste Maße. Meine Ablage überm Waschbecken ist 92 Millimeter tief. Der Wannenrand ist breiter, dort passt eine Schale für vier Stück Seife. Und der Rand meiner Küchenspüle hat 48 Millimeter, bevor es ins Becken geht. Drei Plätze, drei völlig unterschiedliche Anforderungen – und keine gekaufte Schale, die auf mehr als einen davon wirklich passt.

Ein parametrischer Generator dreht das um. Du misst nach, gibst die Zahlen ein, und die Datei richtet sich nach dir statt umgekehrt.

Was der Generator tatsächlich macht

Drei Dinge unterscheiden das Modell von den üblichen Abtropfschalen. Klingt jedes für sich unspektakulär, macht im Alltag aber den Unterschied.

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Eine Grundform, drei Anwendungen: Schwammhalter, Seifenschale und Besteckablage entstehen aus demselben Generator – nur der Einsatz wechselt.

Ebener Außenboden, geneigter Innenboden

Das ist der Kern der Konstruktion. Außen bleibt der Boden vollkommen plan – das Teil steht dadurch kippelfrei und druckt komplett ohne Stützen. Das Gefälle entsteht ausschließlich innen: Der Innenboden ist zur Ablaufseite geneigt, das Wasser läuft die schiefe Ebene hinunter zur tiefsten Stelle und sammelt sich dort in einer Rinne.

Von außen sieht man davon nichts. Man merkt es nur daran, dass nach dem Händewaschen nichts mehr in der Schale steht. Vier Grad Neigung sind ein guter Startwert. Darunter bleibt bei kurzen Formen gerne Restwasser stehen, darüber frisst die Schräge dir die Randhöhe weg.

Der Auslauf, der über den Beckenrand ragt

Das Detail, das ich selbst unterschätzt hatte, bis das erste Teil vom Bett kam: Die Tülle ist keine Bohrung in der Wand, sondern eine kleine Rampe, die aus dem Grundriss heraussteht. Legst du die Schale so hin, dass diese Rampe über den Becken- oder Wannenrand hinausragt, tropft das Wasser direkt ins Becken. Nicht auf die Arbeitsplatte, nicht auf die Fliesen, nicht in eine Pfütze, die du später wegwischst.

Die Position stellst du über einen Winkel von 0 bis 360 Grad frei ein – vorne, hinten, seitlich oder schräg in die Ecke. Neigung, Rinne und Rampe drehen dabei gemeinsam mit. Bei meiner Spüle sitzt der Auslauf bei 180 Grad und hängt gut zwei Zentimeter über die Kante. Seit dem Umbau wische ich dort nichts mehr weg.

Wechselbare Einsätze für Seife, Schwamm und Besteck

Ein Gehäuse, drei Einlagen – das ist der Punkt, an dem aus einer Seifenschale ein kleines System für die ganze Nasszelle wird.

Die Noppen-Einlage mit kleinen Kegeln ist die Seifenvariante. Die Seife liegt auf den Spitzen, die Kontaktfläche ist minimal, Luft kommt von allen Seiten ran. Bei mir liegen vier Stück Seife in einer Terracotta-Schale auf dem Wannenrand, und die werden zwischen zwei Duschgängen wirklich trocken – das war vorher nie der Fall.

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Die Noppen-Einlage hält das Seifenstück auf Abstand zum Boden – so trocknet die Seife zwischen zwei Anwendungen ab.

Die Rippen-Einlage ist die Küchenvariante. Längsrippen tragen den Schwamm hoch genug, dass er nicht im Ablaufwasser hängt, und leiten das ausgedrückte Wasser gleichzeitig zur Rinne. Für einen Standardschwamm reichen fünf bis sechs Millimeter Rippenhöhe.

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Die Rippen-Einlage ist die Küchenvariante: Wasser läuft zwischen den Stegen ab, Besteck und Schwamm liegen trocken.

Die herausnehmbare Lochplatte ist die Hygienevariante und mein Favorit. Eine perforierte Platte steht auf kurzen Säulen, und obwohl der Schalenboden schräg ist, liegt die Platte immer waagrecht – jede Säule bekommt automatisch die passende Länge und einen schrägen Fuß. Zum Reinigen hebst du sie heraus, spülst beide Teile getrennt ab und legst sie zurück. Gedruckt wird sie separat neben der Schale und zum Einlegen umgedreht.

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Gehäuse und herausnehmbare Lochplatte: Zum Reinigen wird die Platte einfach entnommen.

Dazu kommen zehn Grundrisse: Rechteck mit einstellbarem Eckenradius, Oval, U-Bogen, Blatt, Ecke beziehungsweise L-Form für die Spülenecke, Sechseck, Kreis, Squircle, Tropfen und Niere. Alle skalieren sauber mit deinen Maßen – Rundungen bleiben rund, statt beim Strecken zu Eiern zu werden.

Seifenschale selbst drucken – so gehst du vor

Der ganze Weg läuft im Browser über den MakerWorld-Customizer, den Parametric Model Maker. Du brauchst kein CAD und musst nichts installieren.

In acht Schritten durch den Konfigurator

  1. Modell auf MakerWorld öffnen: Parametrischer Schwammhalter & Seifenschalen-Generator.
  2. Auf „Anpassen“ / „Customize“ klicken – der Konfigurator öffnet sich mit allen Reglern.
  3. Anwendung wählen: Küchenschwamm, Bad-Seife oder große Kombi-Ablage. Das setzt dir brauchbare Startwerte.
  4. Grundform wählen und Länge, Breite und Randhöhe eintragen.
  5. Neigung einstellen (Startwert 4 Grad) und den Auslaufwinkel so drehen, dass die Rampe zu deinem Becken zeigt.
  6. Ablaufmuster festlegen: geschlossen, Parallel-Rippen oder U-Rillen.
  7. Einlage wählen: Rippen, Noppen, Pyramiden, Ringe oder die herausnehmbare Lochplatte.
  8. Vorschau prüfen, Datei generieren, herunterladen und slicen.

Beim ersten Mal brauchst du dafür etwa zehn Minuten, weil man erfahrungsgemäß ein bisschen herumspielt. Danach bist du in zwei Minuten durch. Ein fertiges Druckprofil (0,2 mm Schichthöhe, 2 Wände, 15 % Infill, rund 3,5 Stunden für die Standardplatte) liegt gleich mit dabei.

Maße, die in der Praxis funktionieren

Das ist der Abschnitt, den ich mir am Anfang selbst gewünscht hätte. Die folgenden Werte sind keine Vorschrift, sondern Startpunkte aus eigenen Drucken.

Ausmessen: drei Zahlen und eine Kante

Miss die verfügbare Länge, die Tiefe der Ablage und – wichtig – wie weit es bis zur Abtropfkante ist. Diese vierte Angabe entscheidet, ob die Rampe später wirklich über dem Becken hängt. Von Länge und Tiefe ziehst du je zwei bis drei Millimeter Luft ab. Passgenau heißt nicht auf Kante genäht: Ein Teil, das man mit Gewalt hineindrücken muss, bekommst du zum Putzen nicht mehr heraus.

Richtwerte für die vier Klassiker

Seifenschale fürs Waschbecken: rund 100 × 70 mm, Rand 18 bis 20 mm, Noppen-Einlage, Neigung 4 Grad. Klein genug für schmale Ablagen, groß genug für ein normales Stück Seife.

Seifenschale für Dusche und Wanne: rund 110 × 85 mm, Rand 25 mm, herausnehmbare Lochplatte. In der Dusche fällt deutlich mehr Seifenwasser an, und die Platte lässt sich einmal pro Woche kurz abspülen.

Küchenschwammhalter: innen etwa 150 × 80 mm, Rand 30 bis 35 mm, Rippen-Einlage, Auslauf Richtung Becken. Ein Standardschwamm misst rund 140 × 70 × 40 mm – die Wandstärke also mit einrechnen, sonst wird es zu knapp.

Besteck-Abtropfschale: etwa 260 × 90 mm als Oval oder U-Bogen, Rand 30 mm, feine Längsrippen. Diese Variante sorgt bei Besuch regelmäßig für Nachfragen: Gabeln, Messer und Löffel liegen erhöht auf den Rippen, das Wasser läuft längs zur Rinne und über die Rampe in die Spüle. Deutlich schneller trocken als in einem Becher, in dem sich unten immer eine Pfütze hält.

Eck-Ablage: L-Form mit Auslaufwinkel in die Innenecke – für die tote Ecke neben der Spüle, in der bisher nur Krümel lagen.

Material: Warum PETG im Nassbereich die erste Wahl ist

Bei Teilen, die dauerhaft feucht sind und in der Küche auch mal heißes Spülwasser abbekommen, ist die Materialfrage die wichtigste Entscheidung überhaupt.

PETG, PLA und ASA im direkten Vergleich

PETG ist mein Standard für alles in dieser Kategorie. Zäh, schlagfest, nimmt kaum Wasser auf, und die Glasübergangstemperatur liegt je nach Sorte bei rund 75 bis 85 Grad. Damit steckt es heißes Spülwasser und Sommersonne auf der Fensterbank locker weg. Dass die meisten kommerziellen Anbieter gedruckter Seifenablagen ebenfalls auf – oft recyceltes – PETG setzen, hat genau diesen Grund.

PLA und PLA+ drucken sauberer und einfacher, und für eine Seifenschale im kühlen Gäste-WC ist PLA+ vertretbar. In der Küche neben der Spüle oder in einer Dusche, in der 40-Grad-Dampf steht, würde ich es nicht nehmen. PLA gibt schon bei etwa 55 bis 60 Grad nach. Eine PLA-Schale, die im Sommer auf einer Südfensterbank steht, hat gute Chancen, sich leicht zu verziehen – und dann kippelt sie plötzlich.

ASA ist die Wahl, wenn das Teil dauerhaft in praller Sonne steht, etwa an einem Außenwaschbecken. UV-beständiger, dafür anspruchsvoller im Druck und für innen überdimensioniert. Von Nylon oder faserverstärkten Filamenten würde ich hier abraten: rau, hygienisch unpraktisch und für den Zweck kompletter Overkill.

Spülmaschine, Kalk und Hygiene – ohne Schönreden

Spülmaschine: Ich würde es lassen. PETG erweicht ab etwa 80 Grad, und moderne Geschirrspüler kommen im Trocknungsgang durchaus in diesen Bereich. Wenn du es trotzdem versuchst: oberer Korb, Eco- oder Kurzprogramm, keine Heißtrocknung – und mit dem Risiko rechnen, dass sich das Teil verzieht. Handwäsche mit dem Schwamm dauert zwanzig Sekunden und ist die sichere Variante.

Kalk und Seifenreste: In FDM-Oberflächen sitzen feine Layer-Linien, und in diesen Mikrorillen setzen sich Kalk und Seifenschmiere gerne fest. Deshalb sind im Modell die Innenecken gerundet und die Kanten gebrochen – das lässt sich deutlich besser auswischen als eine scharfe 90-Grad-Innenecke. Verdünntes Essigwasser (etwa eins zu drei) löst Kalk zuverlässig, ohne die Oberfläche anzugreifen. Scheuermittel würde ich weglassen, die mattieren nur.

Und zur Lebensmittelechtheit: Eine Seifen- oder Schwammablage ist kein Lebensmittelkontaktteil, da erübrigt sich die Frage. Bei der Besteckvariante liegt kurz abgetropftes, frisch gespültes Besteck darauf – das halte ich für unkritisch, „lebensmittelecht“ im rechtlichen Sinn ist ein FDM-Druck aber nicht. Wer dabei ein ungutes Gefühl hat, nimmt fürs Besteck lieber ein Metallgestell. Das gehört ehrlich dazu.

Druckeinstellungen, die bei mir funktionieren

Ich drucke solche Teile meist auf dem Bambu Lab X1 Carbon, nötig ist der aber nicht – ein Ender oder Prusa macht das genauso. Die Werte gelten für eine 0,4-mm-Düse und sind als Startpunkt gedacht, nicht in Stein gemeißelt.

  • Schichthöhe: 0,2 mm. Für feine Noppen oder die Bodengravur lohnen sich 0,16 mm.
  • Wandlinien: 3 Perimeter. Der wichtigste Wert überhaupt, denn Rinne und Wand müssen dicht sein.
  • Bodenschichten: 5. Ein poröser Boden ist mit Abstand der häufigste Grund, warum eine Schale am falschen Ende tropft.
  • Infill: 15 bis 20 % Gyroid. Mehr braucht das Teil nicht.
  • Stützen: keine. Der ebene Außenboden ist genau dafür so konstruiert.
  • Brim: nur bei schmalen Formen wie Blatt oder Tropfen, oder wenn die Rampe weit heraussteht.
  • PETG-spezifisch: Düse 235 bis 250 °C, Bett 70 bis 80 °C, Lüfter eher zurückhaltend.

Ein Punkt, der oft untergeht: Halte das PETG trocken. Feuchtes Filament zieht Fäden, und ausgerechnet die feinen Rippen und Noppen werden davon unsauber. Die Lochplatte druckst du einfach mit auf derselben Platte – sie ist flach, braucht kein nennenswertes Infill und kostet kaum Zeit.

Typische Fehler – und wie du sie vermeidest

Die meisten davon habe ich selbst gemacht.

Neigung ohne Auslauf – oder umgekehrt. Ein Gefälle ohne Rampe staut das Wasser nur an der tiefsten Stelle. Eine Rampe bei null Grad Neigung leitet gar nichts ab. Beides gehört zusammen, sonst wird aus der Ablaufschale eine Badewanne.

Zu viel Neigung bei niedrigem Rand. Bei langen Formen mit starkem Gefälle steigt der Innenboden am hinteren Ende so weit an, dass er fast die komplette Randhöhe auffrisst – vorne läuft es dann über. Entweder Neigung runter oder Rand rauf. Der Generator meldet sich in der Konsole, wenn die Kombination nicht aufgeht. Nimm die Warnung ernst.

Auslauf zeigt in die falsche Richtung. Klingt banal, passiert trotzdem. Ich habe die erste Küchenversion gedruckt und erst beim Hinstellen gemerkt, dass die Rampe zur Wand zeigt. Zehn Sekunden Kontrolle in der Vorschau ersparen zwei Stunden Druckzeit.

Zu dünner Boden. Mit ein oder zwei Bodenschichten sickert Wasser durch die Layer. Fünf Schichten und drei Wände, dann ist Ruhe.

Zu feine Perforationen. Es ist verlockend, die Lochplatte mit möglichst vielen kleinen Löchern zu bauen. In der Praxis setzen sich feine Löcher schneller mit Kalk und Seifenschmiere zu und neigen beim Druck zum Fadenziehen. Vier Millimeter Lochdurchmesser bei etwa sechs Millimeter Abstand haben sich bei mir bewährt.

Kein Spiel für die Einlage. Wird die Lochplatte exakt auf Innenmaß gedruckt, bekommst du sie nach dem ersten Kalkansatz nicht mehr heraus. Ein halber Millimeter Luft zur Seitenwand reicht und ist Gold wert.

Zu knapp gemessen. Ablagen sind selten rechtwinklig, Waschbecken haben Rundungen. Zwei bis drei Millimeter Reserve einplanen.

Varianten, die sich bewährt haben

Wenn der erste Druck steht, fängt der Spaß erst an. Ein paar Kombinationen, die bei mir im Dauereinsatz sind:

Die Vier-Seifen-Schale am Wannenrand. Rechteck mit weichem Eckenradius, Noppen-Einlage, Rampe über die Wannenkante. Für alle, die Naturseife stückweise sammeln und bisher immer eine matschige dabei hatten.

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Die Vier-Seifen-Variante am Wannenrand: ein Gehäuse, mehrere Stücke, ein gemeinsamer Auslauf.

Die schmale Waschbecken-Ablage. Sechseck oder Squircle, niedriger Rand, dezente Neigung. Sieht unauffällig aus und passt in Nischen, für die es schlicht nichts zu kaufen gibt.

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Schmale Sechseck-Ablage am Waschbecken – der Auslauf ragt über den Beckenrand, das Wasser läuft ins Becken statt auf die Ablage.

Der Schwammhalter mit Auslauf ins Becken. Rechteck rund 150 × 80 mm, Rippen, aktive Rinne, Rampe über dem Beckenrand. Der Alltagsklassiker – und das Teil, das man am schnellsten vermisst, wenn es zum Reinigen mal in der Spüle liegt.

Die Besteck-Abtropfschale. Langes Oval mit feinen Rippen. Praktisch für Haushalte ohne Geschirrspüler oder für das bisschen Besteck, das man zwischendurch von Hand spült.

Die Eck-Lösung. L-Form mit Auslauf in die Innenecke. Nutzt Platz, der sonst ungenutzt bleibt.

Auf Wunsch graviert das Modell einen kleinen Schriftzug in die Unterseite – standardmäßig die Adresse dieser Seite, mit einem Klick abschaltbar. Und weil der Außenboden eben bleibt, kannst du die Schale bei Bedarf mit wasserfestem Doppelklebeband oder ein paar Silikonpunkten fixieren.

Zeit, Kosten und Schwierigkeitsgrad

Fürs Konfigurieren rechne mit fünf bis fünfzehn Minuten, je nachdem wie neugierig du bist. Der Druck dauert je nach Größe grob 1,5 bis 4 Stunden – die Standardplatte liegt bei rund 3,5 Stunden. Beim Material bewegen sich meine Drucke zwischen etwa 40 und 90 Gramm Filament, also im Bereich weniger Euro.

Belastbare Zahlen bekommst du aber nur aus der Vorschau deines eigenen Slicers, weil Größe, Wandstärke und Einlage den Verbrauch stark verändern. Feste Preisangaben wären an dieser Stelle geraten, und geraten hilft dir nicht weiter.

Der Schwierigkeitsgrad ist niedrig, Kategorie Einsteiger. Keine Stützen, keine Nachbearbeitung, keine Passungen, die auf ein Zehntel sitzen müssen. Aufmerksamkeit brauchst du nur beim Abstimmen von Neigung, Randhöhe und Auslaufrichtung – und genau dabei helfen die eingebauten Warnhinweise.

Wann ein Kaufteil die bessere Wahl ist

So gern ich selbst drucke: Es gibt Fälle, in denen es keinen Sinn ergibt.

Ohne eigenen 3D-Drucker lohnt der Einstieg für dieses eine Teil nicht. Dann ist eine fertige Schale aus Keramik oder Edelstahl schneller und in Sachen Temperatur ohnehin unschlagbar.

Wenn ein Teil regelmäßig kochend heißes Wasser oder scharfe Reiniger abbekommt, stößt FDM-Kunststoff an seine Grenzen. Edelstahl hält das jahrzehntelang aus, PETG nicht.

Und wenn dir Standardmaße völlig genügen, tut es auch eine der vielen fixen STL-Dateien auf MakerWorld, Printables oder Cults. Der Generator spielt seine Stärke erst dann aus, wenn Passgenauigkeit, eine bestimmte Form oder ein Auslauf an einer ganz bestimmten Stelle gefragt sind.

Meine praktische Einschätzung

Nach einigen Wochen im Bad und in der Küche ist mein Fazit ziemlich unspektakulär – und genau das ist das Lob. Die Seife ist trocken, der Schwamm riecht nicht mehr, und auf der Ablage steht kein Wasser. Man denkt nach zwei Wochen nicht mehr über das Teil nach, was bei Alltagsgegenständen das beste Zeichen ist.

Ehrlich bleiben muss man bei zwei Punkten. Erstens der Temperatur: PETG ist robust, aber kein Edelstahl. Zweitens der Reinigung: Gedruckte Oberflächen setzen im Kalkwasser schneller an als glasierte Keramik. Genau deshalb würde ich die Variante mit herausnehmbarer Lochplatte immer bevorzugen – zwei getrennte Teile lassen sich in dreißig Sekunden abspülen, eine verwinkelte Einteiler-Konstruktion nicht.

Innerhalb dieser Grenzen ist das eines der dankbarsten kleinen Druckprojekte überhaupt: Der Nutzen ist sofort spürbar, das Material kostet fast nichts, und es passt exakt dorthin, wo es soll.

FAQ – häufige Fragen zur gedruckten Seifenschale

Lohnt es sich, eine Seifenschale selbst zu drucken?

Ja, vor allem wegen Passgenauigkeit und Entwässerung. Eine Schale, die exakt an deinen Platz passt und das Wasser gezielt ins Becken ableitet, hält die Seife trockener als fast jedes Standardmodell. Über den Online-Generator geht das auch ohne CAD-Kenntnisse. Wenn dir gängige Maße reichen, tut es aber auch eine fertige STL-Datei.

Welches Filament eignet sich für eine Seifenschale?

PETG ist die beste Wahl: zäh, wasserunempfindlich und mit rund 75 bis 85 Grad Glasübergangstemperatur deutlich hitzebeständiger als PLA. PLA+ geht fürs kühle Bad, in der warmen Küche oder in der Sonne ist es weniger langlebig. ASA lohnt sich nur bei dauerhafter Sonneneinstrahlung.

Ist eine 3D-gedruckte Seifenschale spülmaschinenfest?

In der Regel nicht. Die Glasübergangstemperatur von PETG liegt nahe an dem, was Geschirrspüler im Trocknungsgang erreichen. Wer es trotzdem probiert: oberer Korb, Eco-Programm, keine Heißtrocknung. Sicherer ist es, das Teil kurz von Hand abzuspülen.

Wie reinige ich die Schale von Kalk und Seifenresten?

Warmes Wasser und Spülmittel reichen meistens. Gegen Kalk hilft verdünntes Essigwasser im Verhältnis eins zu drei. Scheuermittel und harte Bürsten würde ich weglassen, sie mattieren die Oberfläche. Mit herausnehmbarer Lochplatte geht das Ganze deutlich schneller, weil du beide Teile getrennt abspülen kannst.

Was kostet eine selbst gedruckte Seifenschale?

Materialtechnisch nur wenige Euro. Meine Drucke liegen je nach Größe bei etwa 40 bis 90 Gramm Filament. Den genauen Wert bekommst du am zuverlässigsten aus der Vorschau deines Slicers, da er stark von Maßen, Wandstärke und Einlage abhängt.

Braucht das Modell Stützen?

Nein. Der Außenboden bleibt bewusst eben, das Gefälle liegt komplett innen, und die Lochplatte wird separat und umgedreht gedruckt. Ein Brim ist nur bei sehr schmalen Formen oder weit herausstehender Rampe sinnvoll.

Kann ich damit auch einen Schwammhalter oder eine Besteckablage drucken?

Ja, das ist derselbe Generator. Du änderst nur Maße, Form und Einlage: Rippen für Schwamm und Besteck, Noppen für Seife, Lochplatte für alles, was besonders hygienisch sein soll. Für Besteck hat sich ein langes Oval mit rund 260 × 90 mm und feinen Längsrippen bewährt.

Welche Alternativen gibt es zum Generator?

Fertige STL-Dateien von MakerWorld, Printables oder Cults sind die schnellste Lösung, lassen sich aber nicht anpassen.

So bekommst du den Generator (kostenlos auf MakerWorld)

Den Generator habe ich auf MakerWorld veröffentlicht: Parametrischer Schwammhalter & Seifenschalen-Generator. Dort klickst du auf „Anpassen“, stellst deine Ablage zusammen und lädst die fertige Datei für den Eigengebrauch herunter. Ein passendes Druckprofil liegt bei, sodass du ohne langes Slicer-Tuning starten kannst. Alles läuft im Browser über den Parametric Model Maker – zusätzliche Software brauchst du nicht.

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Unter diesem Titelbild findest du den Generator auf MakerWorld – dort stellst du Maße, Grundform und Einsatz selbst ein.

Wenn dir das Modell gefällt, hilft mir ein Boost auf MakerWorld enorm weiter. Das kostet dich nichts und macht den Generator für andere sichtbar. Über Fotos deiner Varianten in den Kommentaren freue ich mich sowieso immer – besonders über kreative Formen, an die ich selbst nicht gedacht habe.

Fazit

Eine Seifenschale selbst zu drucken ist eines dieser kleinen Projekte, die im Alltag überraschend viel Ärger sparen: keine matschige Seife, kein muffiger Schwamm, kein Wasser auf der Arbeitsplatte. Der Unterschied zu den üblichen Modellen steckt nicht im Design, sondern in drei Details – ebener Außenboden mit geneigtem Innenboden, ein Auslauf, der über den Beckenrand ragt, und Einsätze, die man zum Reinigen herausnehmen kann.

Wenn dir das Prinzip gefällt, schau dir auch die anderen parametrischen Modelle an: den Knopfgenerator und den OpenSCAD Schubladen-Organizer. Beide folgen derselben Idee: ein Modell, unendlich viele passgenaue Teile. Weitere Vorlagen und Anleitungen sammle ich laufend in der Kategorie 3D-Druck.

Viel Spaß beim Konfigurieren – und wenn du eine besonders clevere Variante findest, schreib sie gerne in die Kommentare.

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